Historischer Wagner in Ravello: Dresdner Festspielorchester und Concerto Köln begeistern mit Götterdämmerung
Am 31. Juli 2026 präsentierten das Dresdner Festspielorchester und Concerto Köln unter der musikalischen Leitung von Kent Nagano beim Ravello Festival in Italien den Prolog sowie den ersten Akt von Richard Wagners Götterdämmerung in einer rund zweistündigen Fassung. Vor der eindrucksvollen Kulisse der Villa Rufolo, die eng mit Wagners Aufenthalt in Ravello verbunden ist, war die Aufführung Teil des Projekts The Wagner Cycles der Dresdner Musikfestspiele.
Das auf musikwissenschaftlicher Forschung und historischer Aufführungspraxis basierende Projekt widmet sich Wagners ursprünglicher Klangvorstellung und wird nach Aufführungen in Dresden sowie Gastspielen in Luzern, Paris, Prag und Ravello in den kommenden Monaten fortgesetzt.
Im Musik in Dresden schrieb Michael Ernst am 3. August 2026:
„Kent Nagano sowie die in historischer Aufführungspraxis geschulten Musikerinnen und Musiker focht das alles nicht an, sie brachten die Streichinstrumente zum Flirren, ließen die Blechbläser um Konsonanzen ringen, während Holz und Harfen kammermusikalische Intonation erzeugten, auf dass die Pauken das Dunkel der Nacht einläuten konnten.“
„Kent Nagano realisierte dennoch, was er andernorts schon mehrfach bewiesen hat, eine hochdramatische, aus gewagtem Piano spannungsvoll aufrauschende Erzählung dieser »Götterdämmerung«, wobei er sich wiederum auf eine faszinierende, dieses Projekt mit profunder Hingabe unterstützende Besetzung verlassen konnte.“
Weitere Reaktionen auf die Aufführung in Ravello erschienen in der italienischen Presse.
In einem Artikel im Corriere della Sera vom 3. August 2026 schrieb Valerio Cappelli:
„Auf der Suche nach dem Originalklang dirigierte Kent Nagano mit großem Erfolg den Prolog und den ersten Akt des letzten Kapitels des Ring, 150 Jahre nach dessen Uraufführung.“
Im Giornale della Musica schrieb Mauro Mariani am 5. August 2026:
„Wagner auf historischen Instrumenten zu hören, war äußerst interessant. Gerade durch die Entdeckung einiger unvermeidlicher Bezüge zur unmittelbar vorausgehenden Musikepoche bestätigte sich all das, was Wagner an genialer Neuerung geschaffen hat – und es entstand der Eindruck, dass er in einer völlig anderen Welt lebte als die anderen Opernkomponisten seiner Zeit.“
In Tuscia Times schrieb Cinzia Dichiara am 10. August 2026:
„Eine aus vielen Gründen interessante Aufführung, anspruchsvoll insbesondere aufgrund der qualitativ herausragenden philologischen Arbeit.“
„Am Ende, als das Publikum die steilen Terrassen des Gartens hinabging, konnte es die Erfahrung der erstaunlichen und vielleicht überwältigenden Größe der Wagner’schen Welt mit sich nehmen. Eine Welt, die an diesem Abend nicht weit von hier entfernt war.“