Chouchane Siranossian und das Venice Baroque Orchestra werden beim Festival de Torroella gefeiert
Am 9. August 2026 trat die Geigerin Chouchane Siranossian gemeinsam mit dem Venice Baroque Orchestra beim Festival de Torroella de Montgrí in Spanien auf. Auf dem Programm standen Werke von Antonio Vivaldi, Francesco Maria Veracini, Giuseppe Tartini und Pietro Locatelli, die die außergewöhnliche Virtuosität der Violinmusik des frühen 18. Jahrhunderts eindrucksvoll beleuchteten.
Im Vorfeld des Konzerts veröffentlichte die spanische Tageszeitung La Vanguardia ein ausführliches Interview der Journalistin Maricel Chavarría mit Siranossian. Darin sprach die Geigerin über das künstlerische Konzept des Programms sowie über ihre enge Zusammenarbeit mit dem Venice Baroque Orchestra und dessen Gründer, Cembalisten und Dirigenten Andrea Marcon.
Über das Orchester sagte Siranossian:
„Mit dem Venice Baroque Orchestra zu musizieren, ist ein Privileg – sie haben diese Musik im Blut.“
Auch das besondere künstlerische Vertrauen innerhalb der Zusammenarbeit hob sie hervor:
„Mit ihnen weiß ich, dass ich mich etwas trauen kann. Dieses Repertoire spiele ich am häufigsten, und hier entwickle ich mich auch in allem, was mit Improvisation und vielen weiteren Aspekten meines Spiels zu tun hat, immer weiter.“
Siranossian erklärte, dass das Programm ein freundschaftliches „Duell“ zwischen vier der größten Violinvirtuosen des frühen 18. Jahrhunderts – Vivaldi, Veracini, Tartini und Locatelli – imaginiert und damit zeigt, dass es bereits lange vor Paganini eine außergewöhnlich virtuose Violinkunst gab. Neben der jeweils unverwechselbaren musikalischen Sprache der vier Komponisten betonte sie, dass sich barocke Virtuosität keineswegs nur durch Schnelligkeit auszeichne, sondern ebenso durch Ausdruckstiefe und die Fähigkeit, das Publikum zu berühren.
Nach dem Konzert im Auditori Espai Ter erhielten Siranossian und das Venice Baroque Orchestra begeisterte Kritiken in der spanischen Presse.
Xavier Paset schrieb am 10. August 2026 im Diari de Girona:
„Das Konzert begann mit der Energie von Vivaldis Konzert, das gemeinhin als La tempesta di mare bekannt ist. Bereits hier legte das Ensemble die Grundlage für das, was im weiteren Verlauf folgen sollte: ein brillanter Klang und eine offene barocke Gestik, jedoch ohne die Vehemenz anderer Ensembles – eine Qualität, die der Klarheit des musikalischen Diskurses sehr zugutekommt, übermäßige Kraft vermeidet und zugleich die Emotionen der aufgeführten Werke vermittelt.“
„Diese Momente sind zweifellos dafür geschaffen, die Zeit stillstehen zu lassen, und stellen ganz die Kunst des Solisten in den Mittelpunkt. Obwohl sie ausgeschrieben sind, müssen sie vollkommen frei und improvisatorisch wirken – etwas, das Siranossian makellos meisterte und dabei in den melodischeren Passagen zugleich ihre besondere Sensibilität zeigte.“
Imma Merino schrieb am 11. August 2026 in El Punt Avui:
„Die Soloviolinistin beschwor mit rasanten Passagen Wind und Regen herauf, während inmitten von Dissonanzen, die Spannung und Gefahr vermittelten, die wellenförmige Bewegung des Orchesters die aufgewühlten Wogen des Meeres spürbar werden ließ.“
„Eine Art Laboratorium der Virtuosität, in dem die Orchestermitglieder ebenso wie das Publikum zu Zuhörern werden, während sich die Solistin den unterschiedlichsten Herausforderungen stellt.“
„…ich würde zu behaupten wagen, dass die Mehrheit von uns im Publikum von der Energie und Intensität der Geigerin sowie von der besonderen Art ihrer Tremoli und ihres Spiccato fasziniert, beeindruckt und begeistert war.“