Andrea Marcon und Julia Lezhneva gestalten beglückende Mozart-Abende mit den Münchner Philharmonikern
Am 9. und 10. Januar 2026 trat die Sopranistin Julia Lezhneva gemeinsam mit den Münchner Philharmonikern in der Isarphilharmonie auf. Als Gastdirigent leitete Andrea Marcon die Konzerte, deren Programm ausschließlich aus Werken von Wolfgang Amadeus Mozart bestand.
Die Münchner Philharmoniker wählten eine verkleinerte Besetzung mit lediglich acht ersten Violinen und orientierten sich damit an der historischen Aufführungspraxis. Das Programm umfasste sowohl bekannte als auch seltener gespielte Werke von Mozart und belegte dessen große stilistische Bandbreite und Finesse.
Programm
Wolfgang Amadeus Mozart
Ouvertüre zu »Le nozze di Figaro« KV 492
»Ei parte … senti … ah no! – Per pietà, ben mio, perdona«, Rezitativ und Arie der Fiordiligi aus »Così fan tutte« KV 588
»L’amerò, sarò costante«, Arie des Aminta aus »Il re pastore« KV 208
Symphonie C-Dur KV 338
»Parto, ma tu, ben mio«, Arie des Sesto aus »La clemenza di Tito« KV 621
Pause
»Exsultate, jubilate«, Motette für Sopran und Orchester KV 165
Symphonie Es-Dur KV 543
Pressestimmen
In der Süddeutschen Zeitung vom 12. Januar 2026 schrieb Michael Stallknecht:
"Was Marcon ansonsten mitbringt, erfährt man in der C-Dur-Symphonie KV 338 und der späten Es-Dur-Symphonie KV 543: Lässigkeit, Ungezwungenheit, auch Unbeschwertheit."
"Die Sopranistin [Julia Lezhneva], gleichfalls in der Alten Musik beheimatet, ist für ihre Virtuosität ebenso bekannt wie für ihr erlesenes Timbre. In „L’amerò, sarò costante“ aus „Il re pastore“ fließt die Stimme in klassischer Ausgewogenheit, das Rondo der Fiordiligi aus „Così fan tutte“ dagegen bereichert sie um einige ungewohnte Verzierungen."
In der Abendzeitung vom 11. Januar 2026 schrieb Robert Braunmüller:
"Die Arie "Parto, ma tu, ben mio" aus "La clemenza di Tito" verwandlete die Sopranistin in ein Duett mit der kongenial auf ihrem Instrument singenden Klarinettistin Alexandra Gruber. Und in der geistlichen Montette "Exsultate, jubilate" demonstrierte Julia Lezhneva nur perfekte Koloratur-Virtuosität sondern zeichnete mit sehr klarem gesang die Aura der engelhafter Reinheit."
"Marcon arbeitete mit subtilem Tempo-Rückungen und hob auf diese Weise das Kauzige des zweiten Themas im ersten Satz der Symphony C-Dur KV338 hervor. Auch wenn es oft schwer scheint, als müsse man Purzelbäume schlagen, um diese Musik frisch wirken zu lassen: Es geht auch mit subtileren Mitteln und ohne zerschlagenes Rokoko-Porzelan."
Auf Opera Online vom 10. Januar 2026 schrieb Dr. Helmut Pitsch:
"Schwungvoll aber besonnen im Tempo und moderat in der Lautstärke hält sich Marcon dezent an einer transparenten leicht schwingenden Interpretation. [...] Marcon führt mit Bedacht auf den Durchklang aller Instrumente. So fügt sich ein fein artikulierter Gesamtklang zusammen."
"In den Höhen spielt [Julia Lezhneva] mit ihrem bemerkenswertem Stimmvermögen. Gefühlvoll und berührend folgt der Treueschwur der Aminta „L‘amero,saro constante“ aus dem Frühwerk Il re pastore. Wunderbar setzt sie die Schlichtheit der Arie in Szene, demonstriert die Wandelbarkeit ihrer Stimme und entfacht durchdringende Ehrlichkeit."