Neue Albumveröffentlichung: Concerto Köln & Evgeny Sviridov – „Pantheon – Corelli’s Orbit“
Mit Werken von
Giovanni Battista Somis (1686–1763)
Antonio Caldara (1670–1736)
Pietro Castrucci (1679–1752)
Giuseppe Valentini (1681–1753)
Arcangelo Corelli (1653–1713)
Antonio Vivaldi (1678–1741)
Gasparo Visconti (1683–1731)
Michele Mascitti (1664–1760)
Henry Purcell (1659–1695)
Concerto Köln
Evgeny Sviridov, Violine
Berlin Classics 0304477BC
Concerto Köln entwirft mit Pantheon – Corelli's Orbit ein musikalisches Panorama rund um Arcangelo Corelli und sein europäisches Netzwerk aus Schülern, Bewunderern und Konkurrenten. Gemeinsam mit Konzertmeister und Solist Evgeny Sviridov widmet sich das Ensemble Werken von Giovanni Battista Somis, Antonio Caldara, Pietro Castrucci, Giuseppe Valentini, Antonio Vivaldi, Michele Mascitti, Henry Purcell und Corelli selbst – Komponisten, die im Spannungsfeld von Verehrung, Rivalität und Eigenständigkeit ein eigenes musikalisches „Pantheon“ formten. Das Album erscheint am 27. März 2026 bei Berlin Classics.
Eine zentrale Rolle kommt Evgeny Sviridov als Konzertmeister und Solist zu. Im Violinkonzert F-Dur von Giovanni Battista Somis tritt er als Solist hervor, prägt als künstlerischer Impulsgeber den Ensembleklang und bündelt die unterschiedlichen ästhetischen Linien des Albums zu einem geschlossenen Ganzen. Mit Pantheon – Corelli's Orbit erzählt Concerto Köln von musikalischen Lebenslinien quer durch Europa – von Begegnungen, Austausch und künstlerischer Eigenständigkeit. Das Album versteht sich nicht als museale Rückschau, sondern als Einladung, barocke Klangräume neu zu betreten.
Der Ausgangspunkt ist Corelli, einer der legendärsten Komponisten des 17. und frühen 18. Jahrhunderts – der Lehrer einer ganzen Generation von Geigern, dessen Grab im Pantheon von Rom symbolisch für seine bis in die Gegenwart wirkende Bedeutung steht. Von hier aus entfalten sich lebendige Netzwerke: Giovanni Battista Somis, ein direkter Schüler Corellis, trug dessen Kunst nach Turin und Paris und eröffnete mit seinen glanzvollen Violinkonzerten neue Horizonte. Michele Mascitti vermittelte italienische Sonatenkunst an die Pariser Öffentlichkeit und mischte Corellis Stil raffiniert unter lokale Klangtraditionen, während Pietro Castrucci in London als Leiter von Händels Theaterorchester Bekanntheit erlangte und dort neue Impulse setzte.
Auch die Spannungen zwischen Verehrung und Selbstbehauptung werden hörbar: Giuseppe Valentini, einst als „stärkster Konkurrent“ Corellis in Rom genannt, überrascht mit seinem „nuovo stile“. Wie fließend die Grenzen von Hommage und Weiterentwicklung sind, zeigt auch Antonio Caldara, dessen dramatische Sinfonia in g-Moll der barocken Konzertform neue Theatralik verleiht, oder die sorgsam ausgewählten „Preludes & Vollentarys“ für Violine Solo von Corelli und Henry Purcell, die das freie Erfinden und das Einstimmen auf neue Klangräume zelebrieren.
Leidenschaftliches Musizieren und die ungebrochene Lust an der Suche nach dem Unbekannten sind seit nunmehr 40 Jahren die Markenzeichen von Concerto Köln. Das Orchester mit seinem unverwechselbaren Klang zählt seit seiner Gründung 1985 zu den führenden Ensembles im Bereich der historischen Aufführungspraxis. Fest im Kölner Musikleben verwurzelt und gleichzeitig regelmäßig in den Musikmetropolen der Welt sowie bei renommierten Festivals zu Gast, steht Concerto Köln für herausragende Interpretationen Alter Musik. 2023 erhielt Concerto Köln den „Opus Klassik“ für das Album Pisendel, das es mit seiner Konzertmeisterin Mayumi Hirasaki aufgenommen hat.