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  • Regensburger Domspatzen

Regensburger Domspatzen

„Regensburg liegt gar schön. Diese Gegend musste eine Stadt herlocken.“ Das schrieb Deutschlands berühmtester Dichter, Johann Wolfgang Goethe, 1786 in seinem „Tagebuch von der Italienischen Reise“. Ihre Geschichte führt die Stadt bis auf das Jahr 179 n.Chr. zurück, als der römische Kaiser Marc Aurel hier am nördlichsten Punkt der Donau ein Legionslager namens Castra Regina gründete.

Regensburg besitzt aber auch die größte noch erhaltene mittelalterliche Altstadt Deutschlands. Die Regensburger nennen sie wegen ihres südländischen Flairs und ihrer vielen historischen Bezüge liebevoll „die nördlichste Stadt Italiens“. Noch heute zeugen die im Mittelalter nach italienischem Vorbild erbauten Geschlechtertürme von engen europaweiten Handelsverbindungen. Das Regensburg der Gegenwart - mit Universität, einem Werk des Automobilherstellers BMW und bedeutenden Biotechnologie-Einrichtungen auch für die Zukunft gerüstet - ist eine lebendige Stadt, die zum Bummeln und Flanieren einlädt. Ruhe und die Möglichkeit zur Meditation bietet der gotische Dom im Herzen der Altstadt.

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Im Juli 2006 wurde Regensburg in die Liste der UNESCO-Welterbe-Stätten aufgenommen.
Berühmtester Wahl-Regensburger ist wohl Papst Benedikt XVI. emeritus Mit Regensburg verbinden ihn aber nicht nur seine Jahre als Theologieprofessor an der Universität (1969 bis 1977), sondern vor allem familiäre Bande. Georg Ratzinger, sein älterer Bruder, lebt in Regensburg. Er leitete die Regensburger Domspatzen - den Kathedralchor des Regensburger Doms - von 1964 bis 1994 als Domkapellmeister. Eltern und Schwester der Brüder Ratzinger sind in Regensburg begraben, außerdem besitzt der Papst noch immer ein Wohnhaus in Pentling, einem kleinen Ort am südlichen Stadtrand.

Die Regensburger Domspatzen gibt es seit über tausend Jahren. Bischof Wolfgang gründete im Jahr 975 eine eigene Domschule, die neben dem allgemein bildenden Unterricht besonderen Wert auf die musikalische Ausbildung legte. Den Schülern war der liturgische Gesang in der Bischofskirche übertragen. Mitte des 19. Jahrhunderts leitete Domkapellmeister Joseph Schrems eine neue Blütezeit ein. Doch erst Dr. Theobald Schrems machte die Regensburger Domspatzen seit den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts weltberühmt. In seiner knapp 40-jährigen Tätigkeit als Domkapellmeister von 1924 bis 1963 baute Schrems die Konzerttätigkeit des Chores, der ausschließlich aus Knaben und jungen Männern besteht, zielstrebig aus, ohne den liturgischen Dienst im Dom St. Peter zu vernachlässigen. Das Musikgymnasium und Internat der Regensburger Domspatzen und eine Tages- und Internatsgrundschule für Grundschulklassen vor den Toren der Stadt, sind sein Lebenswerk.

Von 1964 – 1994 leitete dann Georg Ratzinger diesen „ältesten Knabenchor der Welt“. Er unternahm mit dem Chor jedes Jahr eine ausgedehnte Tournee durch ganz Deutschland. Die großen Auslandsreisen führten die Domspatzen 1984 und 1987 in die USA und 1988 nach Ungarn und Japan. 1991 und 1994 wurden die Verbindungen mit Ostasien weiter ausgebaut. Der Chor war Gast in Japan, Taiwan, Hongkong und Korea. Es folgten Auslandsreisen nach Ungarn, Tschechien und Polen. Zahlreiche Schallplatten- und CD-Aufnahmen entstanden unter seiner Einstudierung und Leitung.

Seit 1. September 1994 steht Roland Büchner, geboren 1954 in Karlstadt/Main, an der Spitze der Institution mit den Bereichen Chor, Musikgymnasium, Grundschule, und Internat/Ganztagesbetreuung und leitet diese als Domkapellmeister und Stiftungsvorstandsvorsitzender. Diese Stiftung „Regensburger Domspatzen“ wird getragen vom Domkapitel Regensburg und dem Verein „Freunde des Regensburger Domchors“ e.V. Roland Büchner studierte an der Kirchenmusikschule Regensburg (heute: Hochschule für katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik) sowie an der Musikhochschule München die Hauptfächer Kirchenmusik und Orgel. Beide Studiengänge legte er mit dem Diplom ab und erwarb zusätzlich in den Fächern Gregorianik und Orgel das Baccalaureat des Pontificium Institutum Musicae Sacrae Rom. Nach Tätigkeiten als Stiftskapellmeister im bayerischen Marienwallfahrtsort Altötting und als Dozent für Orgel und Chorleitung und als Dirigent des Chores an der Kirchenmusikschule Regensburg wurde ihm die Leitung des Regensburger Domchores anvertraut. Für seine Verdienste um den Chor verlieh ihm im Jahr 2004 die Stadt Regensburg den Kulturpreis. Im Jahr 2005 erhielt er aus den Händen des ehemaligen Bischofs von Regensburg und jetzigen Leiters der Glaubenskongregation in Rom, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, die St. Wolfgangs-Medaille, die höchste Auszeichnung für Laien im Bistum Regensburg. Im Jahr 2009 wurde Roland Büchner zum Honorarprofessor an der Regensburger Kirchenmusikhochschule ernannt. Roland Büchner ist verheiratet und Vater von 4 Kindern.

Unter Domkapellmeister Roland Büchner konzertierte der Chor bereits dreimal in Japan (1998, 2000 und 2004) und unternahm Auslandstourneen nach Frankreich, Italien, Österreich, Ungarn, Schottland, auf die Philippinen, nach Südafrika (2008), Taiwan (2011) und zuletzt 2012 nach China. Auf Konzertreisen sind die Regensburger Domspatzen in der ganzen Welt zu hören. Jedes Jahr unternehmen sie im Oktober eine Tournee durch die Bundesrepublik Deutschland.

Das eigene Musikgymnasium (Musisches Gymnasium) erleichtert die Abstimmung mit den musikalischen Aufgaben. Zur Schulausbildung gehört auch der kostenlose Unterricht an mindestens einem Instrument. Im Schuljahr 2012/2013 besuchen ca. 400 Schüler das Gymnasium, davon 115 zusätzlich die Tagesbetreuung. Etwa die Hälfte der Buben und jungen Männer wohnt im angeschlossenen Internat. Für die Gestaltung der Freizeit stehen ein eigenes Hallenbad, eine Turnhalle, ein Sportplatz, ein Fitnessraum und mehrere Freizeiträume zur Verfügung. Buben der Grundschuljahrgänge 1 bis 4 können bei entsprechenden Voraussetzungen bereits Aufnahme in der Grundschule der Regensburger Domspatzen finden. Mit Beginn des Schuljahres 2013/14 findet der Unterrichtsbetrieb nun in einem Neubau auf dem Domspatzen-Gelände an der Regensburger Reichsstraße statt. Neben dem Konzertchor gibt es zwei Nachwuchschöre, denen ebenfalls Knaben- und Männerstimmen angehören und die ebenfalls den liturgischen Dienst im Dom sowie verschiedenste Konzertauftritte gestalten.

Das umfangreiche musikalische Repertoire der Regensburger Domspatzen reicht von den ältesten Gesängen der Kirche, dem Gregorianischen Choral, über die Vokalpolyphonie des 16. Jahrhunderts mit Werken Palestrinas, Lassos und Hasslers, den Barock und die Romantik bis hin zum Volkslied und Werken zeitgenössischer Komponisten. Einmal im Jahr kommt ein größeres oratorisches Werk mit namhaften Orchestern und Solisten zur Aufführung (z.B.: J.S. Bach: „Johannes-Passion“, „Matthäus-Passion“, „Magnificat“; G.Fr. Händel: „Messias“, J. Haydn: „Die Schöpfung“, L. van Beethoven: „Große Messe in C-Dur op. 86“, F. Mendelssohn Bartholdy: „Elias“, F. Schubert: „Messe in Es-Dur bzw. As-Dur“, W.A. Mozart „Requiem d-Moll“ u.a. mit der Akademie für Alte Musik Berlin, Concerto Köln oder dem L’Orfeo Barockorchester).

Regelmäßig treten die Domspatzen auch im Rundfunk und Fernsehen auf. Viele Schallplatten- und CD-Aufnahmen liegen vor, die z.T. auch mit internationalen Preisen ausgezeichnet wurden. Aktuell sind u.a. erhältlich die CD „Konzert für Papst Benedikt XVI.“ (2005) mit über 50.000 verkauften Exemplaren sowie eine DVD „Die Regensburger Domspatzen singen für Papst Benedikt XVI.“ (2006) erschienen, welche drei Filme umfasst: Das legendäre Konzert der Domspatzen am 22. Oktober 2005 in der Sixtinischen Kapelle in Anwesenheit des Heiligen Vater, eine Reportage über die Konzertreise zum Papst und schließlich ein Portrait des Bruder des Papstes „Georg Ratzinger, der Glaube und die Musik“.

Im Jahr 2007 erschienen ein Live-Mitschnitt der „Cäcilien-Messe“ von Charles Gounod aus dem Regensburger Dom sowie die CD „Die musikalische Welt der Regensburger Domspatzen“ mit geistlicher und weltlicher Chormusik, alle Aufnahmen unter der Leitung von Domkapellmeister Roland Büchner. Eine besondere CD, ausschließlich mit geistlicher Chormusik, erschien 2008 unter dem Titel „Sonnengesang“ und beinhaltet u.a. den von den Domspatzen uraufgeführten „Sonnengesang des Franz von Assisi“ von Enjott Schneider. Die DVD „Domspatzen“ – ein Dokumentarfilm von Matti Bauer – erhielt im Jahr 2009 den Bayerischen Fernsehpreis. Im Jahr 2009 erschien die dritte Weihnachtslieder-CD von Domkapellmeister Roland Büchner mit dem Titel „O du fröhliche“. Neben der CD mit 22 Titeln und einem umfangreichen Booklet enthält diese Veröffentlichung zusätzlich ein Meditationsheft mit dem Titel „Wege zum Weihnachtsgeheimnis in Musik, Wort und Bild“ (Texte von Christian Hambsch, Fotos von Michael Vogl), welches direkten Bezug auf die adventlichen und weihnachtlichen Gesänge und Lieder nimmt. Unter dem Titel „Jubilate Deo“ erschien 2010 eine CD mit Motetten alter und neuer Meister sowie der berühmten Missa „Papae Marcelli“ von Giovanni Pierluigi da Palestrina. Im Jahr 2011 erschien die CD „Gesänge für die Ewigkeit“ mit Passions- und Ostergesängen wie sie in der Heiligen Woche im Regensburger Dom erklingen. Auch dieser CD ist ein 52-seitiges Meditationsheft mit dem Titel „Von Palmsonntag bis Ostersonntag“ (Texte von Christian Hambsch, Fotos von Michael Vogl und Michael Kerscher) beigefügt. Die neueste CD „Starke Stimmen – helle Köpfe“ erschienen 2012 umfasst geistliche und weltliche Chormusik.

Die Hauptaufgabe der Regensburger Domspatzen liegt jedoch nach wie vor in der liturgischen Gestaltung der Gottesdienste im Regensburger Dom. Während der Schulzeit singen sie jeden Sonntag beim Hochamt Gregorianischen Choral sowie mehrstimmige Messen und Motetten. Besonders eindrucksvoll werden die kirchlichen Hochfeste von den Regensburger Domspatzen gestaltet.

Mehr Informationen unter: www.domspatzen.de und www.facebook.com/regensburgerdomspatzen

Stand: Januar 2014

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Zukünftige Projekte

08.12.2017 bis 17.12.2017


Regensburger Domspatzen
Dirigent: DKM Roland Büchner