Shao Chia Lü, Dirigent
 

"Der Dirigent Shao-Chia Lü ist ein Meister der Zwischentöne – und ein begnadeter Dirigent."
(Süddeutsche Zeitung)

"...Am meisten aber überraschte seine sehr straffe und konzeptionell wohlüberlegte Interpretation der siebten Sinfonie von Beethoven, die den Musikern höchste Aufmerksamkeit abverlangte... Keine morgendlichen Wackler trübten das Bild der Aufführung, von der man glauben mochte, der Dirigent überlasse keinen einzigen Takt dem Zufall... Shao-Chia Lü hinterließ ... einen hervorragenden Eindruck."
(Harald Budweg – Frankfurter Allgemeine Zeitung)

"That pleasure is heightened in the opening of Opera Australia’s winter season by the conducting of Shao-Chia Lü. Lü’s musical watchfulness is terrier-like in its intensity. He pounces on the dramatic shifts in the score with a seemingly feverish energy. His sense of rhythm is exact and he knows how to signal unerringly each of the many small changes of pace in a thoroughly studied interpretation…"
(Roger Covell – The Sydney Morning Herald)

"...Um so lauter der Jubel über die grandiose musikalische Einstudierung der ‚Jenufa’ unter Shao-Chia Lü auf der Grundlage der von Charles Mackerras und John Tyrell rekonstruierten Fassung des Klavierauszuges von 1908..."
(Jürgen Kesting – Frankfurter Allgemeine Zeitung)

   
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Foto: Thilo Nass
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Dies sind nur einige Zitate, die die Interpretationen von einer „kleinen“ Haydn Sinfonie bis zur gewaltigen „Turangalila“ – Sinfonie von Messiaen oder Opern-Produktion von Shao-Chia Lü charakterisieren. Es sind hoch sensible, dramatische und tiefsinnige Darbietungen und Ausdruck seines universalistischen Interpretierens der Orchesterliteratur mit starkem Stilgefühl für die Musiksprache.

Der gebürtige Taiwanese Shao-Chia Lü lebt im Gleichklang von Schnelligkeit (Äußerlichkeit) und Langsamkeit (Innigkeit). Seine musikalische Ausbildung in Taipeh, später an der Indiana University in Bloomington/USA und an der Hochschule für Musik in Wien, wurde u.a. von drei wichtigen 1. Preisen bei renommierten internationalen Dirigentenwettbewerben (Besançon, Trento, Amsterdam) gekrönt.

Sein Debüt als Konzertdirigent hatte Shao-Chia Lü 1994 mit den Münchner Philharmonikern. 1998 übernahm Shao-Chia Lü die Position des Generalmusikdirektors des Staatsorchesters der Rheinischen Philharmonie Koblenz sowie des Theaters der Stadt Koblenz. Seit 2010 ist Shao-Chia Lü Chefdirigent des Taiwan National Symphony Orchestras. Daneben leitete er wiederholt führende europäische Orchester, wie etwa die Osloer Philharmoniker, das Orchestra Sinfonica di Santa Cecilia Rom, die Münchner Philharmoniker, die Norwegischen und Schwedischen Radioorchester, das Philharmonische Orchester Helsinki, das Royal Liverpool Philharmonic, das Bournemouth Symphony Orchestra, die Göteborger Symphoniker, das Orchestre National de France, den SWR Stuttgart und das Frankfurter Museumsorchester sowie die wichtigsten Orchester Chinas, Hong Kongs und Taiwans.
Im Oktober 2011 sprang er für Daniele Gatti kurzfristig beim Royal Concertgebouw Orkest mit Strawinskys Sacre du printemps ein.

1995 begann er seine Opernkarriere als Erster Kapellmeister an der Komischen Oper Berlin. Zahlreiche Gastspiele schlossen sich an, u. a. der English National Opera, dem Théâtre de la Monnaie in Brüssel, den Opernhäusern von Frankfurt, Hamburg und Stuttgart sowie der Deutschen Oper Berlin. Von 2001 bis 2006 war Lü Generalmusikdirektor der Staatsoper Hannover und leitete die Premieren von Verdis Aida, Leos Janáceks Jenufa, Mozarts Le nozze di Figaro, Debussys Pelléas et Mélisande, Strauss' Rosenkavalier, Wagners Tristan und Isolde, Janáceks Vec Makropulos. Wiederaufnahmen dirigierte er u.a. von Strauss' Elektra, und Salome sowie von Puccinis Madama Butterfly und Tosca. Im Sommer 2004 erhielt er mit dem Ensemble der Staatsoper Hannover internationale Anerkennung für die Aufführung von Pelléas und Mélisande bei den renommierten Festivals in Wien und Edinburgh.
Opernengagements führten Shao-Chia Lü u.a. nach Stuttgart (La Fanciulla del West), Komische Oper Berlin (Eugen Onegin) sowie regelmäßig nach Göteborg (Parsifal, Katja Kabanova…) und zu Opera Australia (Madama Butterfly, Tosca…)

April 2012

 
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