Das Bergen Philharmonic Orchestra auf Tournee (26. März bis 7. April 2011)
Das Bergen Philharmonic Orchestra ist im März und April 2011 mit Andrew Litton,
Musikdirektor seit 2005, auf Tournee in Deutschland, Österreich und Schweden. Die elf
Konzerttermine führen das Sinfonieorchester mit Musik von Grieg, Wagner, Tschaikowsky
und Rachmaninow in die bedeutendsten Konzertsäle, darunter erstmalig in die Berliner
Philharmonie und die Alte Oper Frankfurt. Stets dabei: Multipercussionist Martin Grubinger,
der mit dem Orchester das für ihn komponierte Solokonzert „Das war schön!“ des Norwegers
Rolf Wallin spielen wird.
Die Stadt ist gerade so groß wie Augsburg, doch mit dem Bergen Philharmonic Orchestra nennt sie
eines der wichtigsten Sinfonieorchester Skandinaviens ihr Eigen. Nach dem Auftritt der Bergener in
Köln im März 2009 schrieb der Kölner Stadt-Anzeiger: „Wenn das Bergen Philharmonic Orchestra
immer so gut ist wie beim jüngsten Meisterkonzert in der Philharmonie, dann muss man an der
orchestralen Weltspitze wohl noch ein bisschen weiter zusammenrücken - und zwar ganz, ganz
oben.“ Bei seiner neuen Tournee im Frühjahr 2011 wird sich das Orchester erstmals dem Publikum in
der Berliner Philharmonie, der Frankfurter Alten Oper und dem Brucknerhaus Linz vorstellen. Es
kehrt zudem zurück in die Philharmonien in Köln und München, die Konzerthäuser in Stuttgart und
Düsseldorf, Heidelberg und Bielefeld sowie das Konzerthaus Wien.
Die Konzertprogramme zeigen die stärksten Seiten des Orchesters: Von Edvard Grieg spielt es die 1.
Peer-Gynt-Suite op. 46. Authentischer als das Bergen Philharmonic kann man sich dieser Musik nicht
nähern, hat der norwegische Komponist doch einst selbst für drei Jahre das Orchester geleitet. Die
intensive Beschäftigung mit seinem Werk mündete zuletzt in eine Gesamtaufnahme seiner
Orchesterwerke für das Label BIS. Die 2. Sinfonie von Sergej Rachmaninow, Tschaikowskys
„Pathétique“ und Wagners Ouvertüre zum „Fliegenden Holländer“ sind Herzenswünsche des
Musikdirektors Andrew Litton: „Von allen Orchestern Skandinaviens sind wir das internationalste. Von
unseren Musikern sind 40 Prozent außerhalb Norwegens geboren, 20 verschiedene Nationalitäten
sind bei uns vertreten. Wenn wir Wagner spielen, klingen wir wie ein deutsches Orchester, bei
Rachmaninow und Tschaikowsky wie ein russisches. Diese Flexibilität im Klang und die
Gestaltungsfreude meiner Kollegen haben mich von Anbeginn beflügelt. Auf der anderen Seite
schöpfen wir aus einer wertvollen Tradition, die bis 1765, zur Gründung des Orchesters, zurückreicht.
Mit unserer Klangqualität können wir auf internationalen Bühnen bestehen: 2007 haben wir bei den
BBC Proms eine glänzende Visitenkarte abgegeben und im darauf folgenden Jahr unser Debüt im
Wiener Musikvereinssaal gegeben. Von unserer jetzt anstehenden Tournee verspreche ich mir
aufregende Konzerte für unser Publikum und uns.“ Auch Bernt Bauge, neuer Geschäftsführer des
Bergen Philharmonic Orchestra und vormals Geschäftsführer und Verwaltungsdirektor der
Norwegischen Nationaloper und des Norwegischen Nationalballetts, sieht große Chancen für das
Bergen Philharmonic: „Das Orchester war 1969 zum ersten Mal in Deutschland auf Tournee, das
Konzertdebüt in Österreich folgte 1990. Die Konzerte wurden jedes Mal von Publikum und Presse
gleichermaßen gefeiert. Ich freue mich besonders, dass wir unserem neuen Publikum auch
zeitgenössische norwegische Musik präsentieren.“
Die Entscheidung, Martin Grubinger mit der Komposition „Das war schön!“ von Rolf Wallin für die
Tournee einzuladen, ergab sich für Andrew Litton ganz natürlich aus einer anderen Traditionslinie
des Orchesters: „Die Vergabe und die Aufführung neuer Kompositionen hat eine lange Tradition bei
uns. Aaron Copland, Jean Sibelius oder Witold Lutosławski haben bei uns ihre eigenen Werke
dirigiert, um nur einige zu nennen. Rolf Wallin ist einer unserer wichtigsten Komponisten in
Norwegen. Im September 2010 haben wir sein Stück „Manyworlds“ uraufgeführt, das eine starke
künstlerische Kraft hat und vom Publikum sehr geschätzt wurde. Als Martin Grubinger „Das war
schön!“ 2006 im Wiener Musikverein uraufführte, löste er damit wahre Begeisterungsstürme aus, und
das wird sicher auf unserer Tour auch so sein.“ Mit „Das war schön!“ griff Wallin ganz bewusst das
alles umfassende Mozart-Jahr 2006 auf. Seine fünf Sätze beziehen sich auf unterschiedliche
musikalische und biographische Aspekte von Mozarts Leben, der Titel selbst ist ein Tagebucheintrag
Mozarts.
Seit seinem internationalen Durchbruch 2006 mit dem Marathon-Konzert im Wiener Musikverein, bei
dem er nach zweijährigem Training sechs Konzerte in vier Stunden gespielt hat, gilt Martin Grubinger
als einer der weltbesten Perkussionisten - „Jahrhundertmusiker“ (Die Welt 2008) und „Meister der
Geschwindigkeit“ (New York Times 2008) sind oft genannte Attribute. Im Oktober 2010 erschien
Martin Grubingers Debüt-Album bei Deutsche Grammophon, „Drums ’n’ Chant“, das seinen
ungewöhnlichen und vielseitigen Zugang zur Welt der Percussion illustriert. Mittels seiner enormen
Musikalität und Virtuosität füllt er die größten Konzertsäle der Welt von der Carnegie Hall bis zur
Berliner Philharmonie. Mit dem Bergen Philharmonic Orchestra trat er zum ersten Mal vor zehn
Jahren im Rahmen des 10. Eurovision Grand Prix for Young Musicians auf. Es folgte eine Tournee
unter der Leitung von Rafael Frühbeck de Burgos mit dem Bergener Orchester im Jahre 2002.
Das Bergen Philharmonic Orchestra
Das Bergen Philharmonic Orchestra wurde 1765 gegründet, es zählt damit zu den ältesten
Orchestern der Welt. Herausragende Dirigenten und Komponisten standen seither an seiner Spitze,
darunter Edvard Grieg, der für drei Jahre (1880-1882) das Orchester seiner Heimatstadt leitete. Stets
zeigte sich das Orchester auf der Höhe seiner Zeit. Nicht nur Edvard Grieg hat eigene Werke mit dem
Orchester aufgeführt, auch Komponisten wie Aaron Copland, Carl Nielsen, Jean Sibelius, Witold
Lutosławski, Lukas Foss und Krzysztof Penderecki dirigierten ihre Musik. Zu den künstlerischen
Leitern und Chefdirigenten, die zum internationalen Erfolg des Orchesters beigetragen haben,
gehören u.a. Dmitri Kitajenko (1990–1998) und Simone Young (1998–2002). Immer fanden auch
bedeutende Gastdirigenten den Weg nach Bergen, darunter Leopold Stokowski, Ernest Ansermet,
Pierre Monteux, Sir Thomas Beecham, Sir John Barbirolli, Neeme Järvi, Sir Neville Marriner, Carlo
Maria Giulini, Esa Pekka Salonen und Mariss Jansons. Im Jahr 2003 übernahm Andrew Litton die
Position des Chefdirigenten beim Bergen Philharmonic Orchestra. 2005 wurde er zum Musikdirektor
ernannt. Principal Guest Conductor des Orchesters ist der spanische Dirigent Juanjo Mena.
Der Klangkörper besteht aus 97 Musikern und gibt pro Jahr über 100 Konzerte - zum größten Teil in
Bergen (Grieg Hall) sowie jährlich beim Bergen Festival, aber auch auf Tourneen durch Norwegen
und im Ausland, z.B. in Japan, Österreich, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien, den
Niederlanden, Dänemark, Polen, Tschechien, Slowenien, Kroatien, in der Schweiz und in den USA.
Das Orchester ist in vielen bedeutenden internationalen Konzertsälen aufgetreten wie dem
Concertgebouw Amsterdam, der Royal Albert Hall London, im Musikverein und Konzerthaus Wien
sowie in der Carnegie Hall New York. In Deutschland war das Bergen Philharmonic Orchestra in den
vergangenen Jahren bereits sechsmal auf Tournee.
Für das CD-Label BIS hat das Orchester mehrere Einspielungen vorgenommen und erhielt im Jahr
2007 von der Grieg Society of Great Britain eine Auszeichnung für die Aufnahme von Griegs
gesamten Orchesterwerken. 2008 bekam das Orchester den begehrten Spellemannprisen, den
„Norwegischen Grammy”, für Prokofjews Suiten „Romeo und Julia“ unter der Leitung von Andrew
Litton. Im Frühjahr 2008 erschien eine CD mit Violinkonzerten von Glasunow und Tschaikowsky mit
Vadim Gluzman als Solist. Diese Einspielung wurde von der Kritik hochgelobt und von Classic FM als
Disc of the Month nominiert. Vor kurzem hat das Orchester für BIS die Aufnahme aller Mendelssohn
Sinfonien abgeschlossen und nimmt gerade Strawinskys Ballette auf. Mendelssohns 2. Sinfonie
„Lobgesang“, die erste Veröffentlichung des Mendelssohn Zyklus, wurde von der Kritik mit viel Lob
bedacht und hat im April 2010 den BBC Music Magazine Award erhalten.
Homepage: www.harmonien.no
Hörbeispiel: Edvard Grieg, Peer Gynt Suite Nr. 1
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